Nicaragua 2018 – Reiseblock

7. Februar – Viva la revolución
Wir sind in Leon. Die Hitze drückt. Es fehlt der stetige Wind, der das Klima im Januar/Februar so angenehm macht. Die Stadt ist im Kolonialstil gebaut mit vielen kleinen Straßen und bunten Märkten. Wildes Treiben bestimmt das Straßenbild. Leon ist eine Studentenstadt. Viele junge Menschen. Viele Touristen.
In der Luft liegt der Geruch von Revolution. Hier begann alles. Der Widerstand gegen Samoza. Überall in der Stadt finden wir Zeugnisse des Kampfes. Wir sind mit Jacinto unterwegs. Ein Stadtführer, der beim Widerstand dabei war. Er erzählt uns von den Gefühlen des Volkes, wie es unter der Diktatur vor der Revolution litt. Er führt ins in den Innenhof eines alten Gebäudes im Kolonialstil. Hier erschoss der Poet und Künstler Rigoberto López Pérez 1956 den Diktator Samoza. Mehr oder weniger der Beginn des Widerstandes. Wir sprechen mit Müttern von erschossenen Studenten. Sie berichten von Angst, Sorgen, Ausgangssperren und wie sich ihre Söhne nicht davon abhielten ließen, trotzdem auf die Straße zu gehen. Sie bezahlten mit ihrem Leben.
In einem ehemaligen Samozagefängnis Prisión 21 sehen wir Bilder des Schreckens. Hier wurden Regimegegner brutal gefoltert und umgebracht. Mittlerweile beherbergt es unter anderem ein Museum über Legenden und Mythen. Etwas bizarr!
Jetzt stehen wir auf einer Kreuzung mitten im Stadtkern. Hier schossen einst Soldaten wild auf demonstrierende Studenten. Wir sind geschockt. Ein Wandbild und eine jährliche Gedenkfeier erinnern an diesen Tag.
Wir bedanken uns bei unserem Guide und erklimmen noch das Dach der Kathedrale. Barfuß laufen wir über den weißen Stein Lateinamerikas zweitgrößter Kathedrale.
Morgen geht es mit dem Boot zu einer Schildkrötenschutzstation. Hoffentlich sehen wir welche. Die Schlüpfzeit ist eigentlich schon vorbei…

4. Februar – es geht weiter
Es ist Freitagmorgen und wir haben gerade gefrühstückt. Gallo Pinto… Reis mit Bohnen. Was sonst?!?
Wir haben drei unglaubliche Tage hinter uns.
Gestern waren wir in der kleinen Dorfschule auf Ometepe und haben unsere Spenden verteilt. 120 Kinder werden dort an der Grundschule unterrichtet. Bis zu 60 Kinder sind in einer Klasse. Sie kommen aus ganz armen und einfachen Familien und besitzen in der Regel keine Hefte und Bücher. Ebenso fehlen ihnen Stifte und andere Schreibmaterialien.
Als wir an der Schule ankamen wurden wir  von den Schülern herzlich mit einem kleinen Fest begrüßt. Man hat für uns einen landestypischen Volkstanz aufgeführt  und die Nationalhymne gesungen. Nach einer kurzen Ansprache der Direktorin haben wir die Spenden in zwei Zimmern sortiert und nacheinander an die Kinder verteilt. Während dessen hat Herr Berndt mit einigen Schülern eine Wand der Schule mit blauen und weißen Farben verziert (An diesen Farben erkennt man Schulen in Nicaragua). Typische Hamburger Symbole eben in Kombination mit nicaraguanischen Zeichen . Fischbrötchen  meets Vulkan…
Die lachenden Kinder, die große Freude, die herzergreifenden Szenen, all das war jede Mühe wert! Es war einfach wunderschön zu erleben, wie unglaublich lieb und dankbar die SchülerInnen waren. Einfach toll! Die Federtaschen aus dem Modekurs von Frau Brügmann fanden die Kinder besonders schön. Solch Stoffe kennt man in Nicaragua nicht und sind dort besonders beliebt.
Jetzt fahren wir mit der Fähre Richtung Rivas und zurück nach Managua.
Die Reise geht weiter…

31. Januar – Weitere Eindrücke
Heute waren wir im Café de las Sanrisas und knüpften Hängematten zusammen mit taubstummen Jugendlichen. Tio Antonio erklärte uns das Projekt, mit dem er ganz viele behinderte Kinder von der Straße holt. Er gibt ihnen Arbeit in dem hauseigenen Restaurant. Man bestellt dort mit Gebärdensprache bzw. durch Handzeichen auf der Karte. Ein anderer Teil knüpft Hängematten, die in alle Welt exportiert werden. So haben sie beispielsweise auch eine Hängematte für Pabst Franziskus  geflochten und sie persönlich übergaben.
Wir durften heute auch Hand anlegen und erweiterten die weltlängste Hängematte aus gesammelten Plastiktüten. Mit diesen kann man auch auf der Plastikbank bezahlen. Man tauscht sie gegen Lebensmittel. Für 30 Tüten erhalten Straßenkinder eine warme Mahlzeit.

Nach dem Mittagessen fuhren wir mit kleinen Booten durch die Isletas, eine Inselgruppe vor Granada, die durch den Ausbruch des Mombacho entstand.
Morgen geht es auf die Insel Ometepe, wo wir in der kleinen Dorfschule die Spenden verteilen, eine Wand zusammen mit den Kindern bemalen und natürlich auch die Insel erkunden werden.
Wir halten euch auf dem Laufenden…

 

29. Januar 2018 – Erste Eindrücke
Gestern hatten wir einen schönen Tag in den Gastfamilien und erholten uns erstmal von der langen Reise. Heute Morgen trafen wir uns um 7:30 Uhr an der Deutschen Schule zum Acto, dem Willkommensgruß inklusive Fahne hissen und Nationalhymne. Im Anschluss fuhren wir mit einem Kleinbus auf Sightseeingtour durch Managua. Wir besichtigten unter anderem das Nationalmuseum und stolzierten an der Uferpromenade. Die Eindrücke sind unglaublich. Zwischen Prunk und prächtigen Gebäuden, Metallbäumen am Managuasee auf der einen, Armut und Wellblechhütten auf der anderen Seite. Eine Wanderung zwischen Reichtum und Armut. Wir lassen unseren Gedanken freien Lauf und beleuchten kritisch alles was wir erfahren…
Morgen werden wir den Massayavulkan erklimmen und eine weltberühmte Töpferei erkunden. In einer winzigen Hütte mit Lehmboden und Hühnern töpfert Familie Chuca Kunstwerke, die in alle Welt gehen. Wir halten euch auf dem Laufenden!

 

23.  Januar 2018 – Nicaragua wir kommen
Dienstag morgen, 7:00 Uhr. Anstatt in die Schule zu fahren ging der Weg heute zum Flughafen. Abschiedstränen, wehende Taschentücher, lachende Gesichter, kribbeln im Bauch – wir fliegen nach Managua, die Hauptstadt von Nicaragua.
Dort treffen wir unsere Gastgeschwister, aus denen längst Freunde geworden sind. Voller Vorfreude sitzen wir nun im Flugzeug nach Paris. Dort geht es dann weiter über Panama zu unserem ersten Ziel: Das Colegio Alemán in Managua.
18 spannende und interessante Tage liegen vor uns. Im Gepäck haben wir ganz viele Spenden, die wir im Vorfeld fleißig sammelten.
Vielen Dank an alle, die uns so toll unterstützten. Der Modekurs 9 von Frau Brügmann nähte beispielsweise auch dieses Jahr wieder wunderschöne Federtaschen, die sie mit Stiften fütterten. Auch diese 67!!Stück haben wir im Gepäck.
Die Kinder der Dorfschule auf Ometepe, eine Insel in Lateinamerikas größten Süßwassersees, werden sich riesig freuen.
Während unserer Reise treffen wir uns auch unter anderem mit ehemaligen Widerstandskämpfern, besuchen eine weltberühmte Töpferei, erkunden eine Schildkrötenschutzstation, besteigen Vulkane und und und…
Wir halten euch auf dem Laufenden!
Hasts luego,
Nicaraguaaustausch 2017/18