Literaturtag 2015

Lesung der Hamburger Autorin Margret Steenfatt
Lila Liebe und das Thema ZEIT

Literaturtag in der Klasse 7e

Am Donnerstag, d. 16.April 2015, las die 80 jährige Hamburger Autorin Margret Steenfatt aus ihrem Roman „Lila Liebe“ vor 26 begeisterten Schülerinnen und Schülern der Klasse 7e.

Der Plot

Eines Nachmittags wird Tom im Kaufhaus »geschnappt« – wegen angeblichen Ladendiebstahls. Als der Detektiv ihn endlich gehen lässt, ist das Mädchen, das die Sonnenbrille wirklich geklaut hat, natürlich schon über alle Berge. Tom setzt alles daran, sie wiederzufinden. Lila, so heißt das Mädchen, kommt ihm vor wie ein bunter, bezaubernder Vogel. Sie wirbelt sein Leben durcheinander und tut Dinge, bei denen ihm der Atem stockt. Für Tom ist dies der ­Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Mit ihrer fesselnden und authentischen Erzählweise packte Margret Steenfatt die jungen Leserinnen und Leser.

Leonis Loshaj

Ich fand es sehr spannend, weil es meine erste Lesung war. Die Geschichten, die Frau Steenfatt aus ihrem Leben erzählt hat, haben mich gefesselt. Danke!

Liliana Baptista Goncalves

Frau Steenfatt schreibt wunderschöne Bücher. Ich mag ihre Sprache. Sie ist eine tolle Autorin. Sie ist sympathisch und hat uns viele Tipps gegeben, wie man Bücher schreibt.

Man muss sich erst die Umgebung genau angucken. Dann kann man ein gutes Buch wie Lila Liebe schreiben.

Jason Groll

Lila Liebe spielt sozusagen zwischen zwei Welten. Lila ist eine Punkerin und Tom ist ein guter Schüler auf einem Gymnasium. Ich würde nie auf solche Schreibideen kommen. Die Lesung war total spannend und schön.

Leo Schweitzer

Das Thema unseres Literaturtages war ZEIT. Mir hat am besten gefallen, dass Frau Steenfatt erklärt hat, wie sie auf bestimmte Ideen und Informationen gekommen ist. Das Interview hat mir sehr gut gefallen.

Santharna Emanuvel

Die Lesung war toll! Frau Steenfatt hat auch von ihrer eigenen Familie erzählt, das hat mir gefallen. Das Buch Lila Liebe ist lustig und traurig. Wenn wir etwas nicht verstanden haben, hat sie uns alles erklärt. Super, dass sie die Sprache ger Gangs, die Jugendsprache, einbezogen hat. Sie hat hierfür sogar in Jugendclubs recherchiert. Ih fand es lustig, wie sie auf die Idee gekommen ist das Buch zu schreiben. Frau Steenfatt hat insgesamt 20 Jugendbücher und andere Romane und Biografien geschrieben.

Luca Pascal Barth

Ich werde mir das Buch kaufen. Es ist interessant und cool zugleich. Frau Steenfatt ist eine gute Autorin. Dass sie schon 80 Jahre alt ist, ist heftig. Toll, dass sie in ihrem Alter noch Bücher schreibt.

Rahela Emine Bergner

Ich fand das Buch gut, weil die Personen so unterschiedlich sind. Man konnte sich die verzwickte Situation wirklich gut vorstellen.

Karl Konstantin Voigtländer

Ich konnte aus dem Buch lernen, dass sich zwei Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten verlieben können. Es kann so unendlich viel im Leben passieren.

Im Dezember 2015 wird Margret Steenfatt zu einer Lesung für den 5.Jahrgang wiederkommen. Wir freuen uns drauf!

Hierzu haben die anderen Klassen am Literaturtag gearbeitet:

 

5a + 5b In 80 Tagen um die Welt
5c Sprichwörter zum Thema ZEIT
5d Geschichten und Aktionen zur ZEITMASCHINE
6a,b,c,d Michael Ende MOMO
7a Reise durch die Zeit
7b Freies Schreiben zu Motiven zum Thema ZEIT
7c Ballade Trutz Blanke Hans
7d Michael Ende MOMO
7e Lesung Margret Steenfatt „Lila Liebe“
8a Zeitreisende
8b,c,d Was ist Zeit? Sprachliche Bilder und literarische Kurzformen
8f Songtexte zum Thema ZEIT
9a,b,c,d,e Goethe TOTENTANZ
10a NS – Zeit Bücherverbrennung
10b Literarischer Rundgang – Weg nach Neuengamme

Szenischer Rundgang durch die Hamburger Innenstadt

10c ZEIT – Stiftung – Zukunfts Camp
10d Klassenzeitung – Meine ZEIT an der Stadtteilschule Stellingen
10e Literarischer Rundgang – Weg nach Neuengamme

Szenischer Rundgang durch die Hamburger Innenstadt

10f Club der toten Dichter
10g Klassenzeitung – Meine ZEIT an der Stadtteilschule Stellingen
11a In time – Deine Zeit läuft ab
11b Hebel – Unverhofftes Wiedersehen
11c
In time – Deine Zeit läuft ab
12a Edgar Alan Poe – Die Grube und das Pendel , 1842 (Kurzgeschichte)
12b In time – Deine Zeit läuft ab

 

Ballade

„Trutz, Blanke Hans“

Detlev Liliencron / 1882/3

Die Ballade wurde von Achim Reichel im Album Regenballade interpretiert.

 Heute bin ich über Rungholt gefahren,
die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren.
Noch schlagen die Wellen da wild und empört
wie damals, als sie die Marschen zerstört.
Die Maschine des Dampfers schütterte, stöhnte,
aus den Wassern rief es unheimlich und höhnte:
Trutz, Blanke Hans!

Von der Nordsee, der Mordsee, vom Festland geschieden,
liegen die friesischen Inseln im Frieden,
und Zeugen weltenvernichtender Wut,
taucht Hallig auf Hallig aus fliehender Flut.
Die Möwe zankt schon auf wachsenden Watten,
der Seehund sonnt sich auf sandigen Platten.
Trutz, Blanke Hans!

Mitten im Ozean schläft bis zur Stunde
ein Ungeheuer, tief auf dem Grunde.
Sein Haupt ruht dicht vor Englands Strand,
die Schwanzflosse spielt bei Brasiliens Sand.
Es zieht, sechs Stunden, den Atem nach innen
und treibt ihn, sechs Stunden, wieder von hinnen.
Trutz, Blanke Hans!

Doch einmal in jedem Jahrhundert entlassen
die Kiemen gewaltige Wassermassen.
Dann holt das Untier tiefer Atem ein
und peitscht die Wellen und schläft wieder ein.
Viel tausend Menschen im Nordland ertrinken,
viel reiche Länder und Städte versinken.
Trutz, Blanke Hans!

Rungholt ist reich und wird immer reicher,
kein Korn mehr faßt selbst der größeste Speicher.
Wie zur Blütezeit im alten Rom
staut hier alltäglich der Menschenstrom.
Die Sänften tragen Syrer und Mohren,
mit Goldblech und Flitter in Nasen und Ohren.
Trutz, Blanke Hans!

Auf allen Märkten, auf allen Gassen
lärmende Leute, betrunkene Massen.
Sie ziehn am Abend hinaus auf den Deich:
„Wir trutzen dir, Blanker Hans, Nordseeteich !“
Und wie sie drohend die Fäuste ballen,
zieht leis aus dem Schlamm der Krake die Krallen.
Trutz, Blanke Hans!

Die Wasser ebben, die Vögel ruhen,
der liebe Gott geht auf leisesten Schuhen,
der Mond zieht am Himmel gelassen die Bahn,
belächelt den protzigen Rungholter Wahn.
Von Brasilien glänzt bis zu Norwegs Riffen
das schlafende Meer wie Stahl, der geschliffen
das Meer wie schlafender Stahl, der geschliffen“.

Trutz, Blanke Hans!

Und überall Friede, im Meer, in den Landen.
Plötzlich, wie Ruf eines Raubtiers in Banden:
das Scheusal wälzte sich, atmete tief
und schloß die Augen wieder und schlief.
Und rauschende, schwarze, langmähnige Wogen
kommen wie rasende Rosse geflogen.
Trutz, Blanke Hans!

Ein einziger Schrei- die Stadt ist versunken,
und Hunderttausende sind ertrunken.
Wo gestern noch Lärm und lustiger Tisch,
schwamm andern Tags der stumme Fisch.—
Heut bin ich über Rungholt gefahren,
die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren.
Trutz, Blanke Hans!