Ehrenpreis im „Eine Welt Preis“ für das Rucksackprojekt der 9c

Am Freitag, d. 29.Januar 2016, erhielten die Schüler_innen der Klasse 9c, Profil „Stellingen goes Mexiko“, den Ehrenpreis im Wettbewerb „Eine-Welt-Preis“ der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland für mehr Gerechtigkeit in der Welt.

Kirchenschiff
Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Es duftete nach leckerem Essen, überall fröhliche Gesichter und intensive Gespräche.

An ihrem schulfreien Tag waren Dana, Malte, Helin, Luis und Emma Luna mit Eltern in die Christianskirche in Ottensen gekommen.
Eine Welt Preis Logo

Pastor Frank Howaldt begrüßte die Festgemeinde und moderierte galant die Veranstaltung.

Giraffe, Pastor
Synodenpräses Dr. Andreas Tietze (links) und Pastor der Christianskirche Frank Howaldt.
Chor 2
Der Gospelchor „What`s Up“ aus Holst begeisterte das Publikum.

Nach der Vorstellung der 52 eingereichten Projekte wurden die Preisträger verkündet.
Die Klasse 9c erhielt den Ehrenpreis und eine Giraffe aus Holz.
Die 24 Schüler_innen sind für Freitag, d. 26.Februar 2016, zur Landessynode nach Lübeck-Travemünde eingeladen.
Große Überraschung: Die Synode gab 180 Rucksäcke für die Kirchenkreise in Auftrag.

Gruppe, Laudator, Giraffe

Die Laudatio hielt Pastor Michael Stahl,
Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsdienst der Nordkirche:

Pastor Michael Stahl

Liebe Freundinnen und Freunde des Eine-Welt-Preises!

„Möchten Sie eine Tüte?“
Jeder von uns kennt diese Frage. Täglich grüßt uns damit das Murmeltier an den Kassen von Einkaufshäusern und Supermärkten. Eigentlich wissen wir, dass man lieber Nein sagen sollte. Und doch greift unser innerer Schweinehund immer wieder zur Plastiktüte, weil es bequemer ist. Gut dass immer mehr Märkte mit dieser unsäglichen Praxis aufhören und die Tüten nicht mehr kostenlos abgeben. Trotzdem verbraucht jede und jeder Deutsche im Schnitt immer noch 71 Plastiktüten pro Jahr.

Die Träger des heutigen Ehrenpreises haben dem hemmungslosen Verbrauch von Tüten und anderen Dingen aus Plastik den Kampf angesagt. „Schluss mit dem Plastik“, sagen sie. „Plastik war gestern“ heißt das Motto ihrer Aktion, mit der sie auf die weltweite Kontamination unserer Umwelt durch Plastik aufmerksam machen wollen: Acht Millionen Tonnen Plastik gelangen jährlich in die Ozeane. Das entspricht etwa einem Müllwagen pro Minute, der in die Meere entleert wird. Forscher haben sogar ausgerechnet, dass es in den Meeren im Jahr 2050 gewichtsmäßig mehr Plastik als Fische geben könnte.
Die Ozeane sind eine mittlerweile eine gigantische Müllkippe für Kunststoffe: Man braucht nur einen Spaziergang an der Nordsee zu machen, um das viele Plastik in Augenschein zu nehmen.
Leidtragende sind vor allem Fische, Vögel oder auch Robben, die sich mit dem Plastik vergiften und die Mägen verstopfen. So haben bereits 97 Prozent aller Eissturmvögel in der Nordsee Plastikmüll im Magen– mit tödlichen Folgen.

Zeit zu handeln und etwas gegen den Plastikverbrauch zu unternehmen, sagten sich die Schülerinnen und Schüler einer Schule in Hamburg, die wir heute mit dem Ehrenpreis auszeichnen. Sie wollen zeigen, dass es auch ohne Plastik geht. Die Schülerinnen und Schüler starteten eine kleine Informationsinitiative an der Schule, im Stadtteil und sogar beim Reeperbahnfestival, mit der sie über das Plastikproblem informierten und zeigen, wie man Plastik vermeiden kann. Unterstützt von einer Werbeagentur erfanden sie das Motto der Aktion „Plastik war gestern“, entwickelten dazu eine Reihe von Motiven und druckten sie auf 5000 Stoffrucksäcke. Um die Taschen zu vertreiben, gründeten sie eine Schülerfirma und gewannen einen Lebensmittelmarkt vor Ort als Partner zum Verkauf der Taschen. Und damit nicht genug: Mit dem Erlös der Aktion unterstützen die Schüler auch noch eine indigene Schule in Mexico und wollen eine Schüler-Partnerschaft aufbauen.

Für die Jury genug Gründe, die Initiative mit einem Ehrenpreis auszuzeichnen: Es sind die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9C der Stadtteilschule Stellingen in Hamburg. Im Namen der Jury darf ich euch alle loben für euren Mut, euer starkes Umweltbewusstsein, eure Kreativität und guten Ideen. Herzliche Gratulation zum Ehrenpreis!

Vorstellung der 52 Projekte
eigenes Projekt

 

 

 

 

 

 

Der Eine-Welt-Preis 2016 der Nordkirche ging in diesem Jahr an das Hamburger Flüchtlingscafé „Refugio“.
Das Kirchenprojekt im Stadtteil Harburg erhält 3.000 €.

Mit dem zweiten Preis, 2.000 €,  wurde die Petrusgemeinde in Schwerin ausgezeichnet, die sich in einem sozialen Brennpunkt für Flüchtlinge engagiert.

Den dritten Preis, 1.500 €,  erhielten die Partnerschaftsgruppen der Gemeinden Luther-Melanchton in Lübeck und Angaza-Igoma in Mwika (Tansania) sowie die Fachhochschule Lübeck für ihre Projekte zur Wasserversorgung.
Ein weiterer Ehrenpreis ging an die  Akteure des ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit zur Weltklimakonferenz nach Paris im Herbst 2015.
Synodenpräses Andreas Tietze:   „Das Engagement geht durch alle gesellschaftlichen Gruppen hindurch.“

„Goldene Giraffe“ als Preis
Der Eine-Welt-Preis wurde 1996 ins Leben gerufen und wird seitdem alle zwei Jahre vergeben.
Organisiert wird er vom Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) der Nordkirche.
Den Preisträgern wird traditionell eine geschnitzte „Goldene Giraffe“ überreicht.
Die offizielle Verleihung erfolgt durch Synodenpräses Andreas Tietze auf Landessynode der Nordkirche am 26. Februar 2016  in Lübeck-Travemünde.
Mit dem Preis werden Gruppen und Einzelpersonen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geehrt, die sich „mit Phantasie, Hingabe und Kreativität für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen und dabei etwas Beispielhaftes und Neues geleistet haben“, hieß es in der Begründung.
Über die Vergabe der Preise hatte eine Jury aus Mitgliedern der Kirchenleitung, der Landessynode und Fachleuten der Entwicklungszusammenarbeit entschieden.