Das Klassenzimmerstück „Abgrenzung“

Am 04.11.2019 waren zwei Schauspieler des Schauspielhauses Hamburg bei uns an der Stadtteilschule Stellingen zu Besuch, um den Theaterkursen der Jahrgänge 10 und 11 das Klassenzimmerstück „Abgrenzung“ vorzuführen.
Stattgefunden hat das Ganze in der 5. und 6. Stunde.

Davon handelte das Stück:
Johann und Finn sind von klein auf beste Freunde. Johann ist Journalist und trägt seine Kappe mit dem Schirm nach links. Finn ist Nazi und trägt seine Kappe nach rechts.
Innerhalb des Stückes wurden die Rollen mehrfach getauscht, sodass der Schauspieler, der eben noch Johann gespielt hat plötzlich Finn war. Dargestellt wurde dies auch gleichzeitig durch einen Seitenwechsel der Kappen. Das wurde gemacht, damit der Zuschauer sich nicht zu sehr auf das Äußere der Personen fixiert, sondern auf deren innere Haltung.
Innerhalb der Geschichte stellen zwei Ereignisse die Freundschaft der beiden auf die Probe: der Tod von Finns Vater und die depressiven Phasen seiner Mutter.
In der Mitte des Stückes gibt es einen starken Wendepunkt. Finn beginnt, rassistische Ausdrücke  von sich zu geben, seine Äußerungen stoßen bei Johann auf Kritik und Unverständnis.
Dieser Konflikt spitzt sich immer weiter zu, schließlich gehen beide ihre eigenen Wege.
Finn geht regelmäßig zu Treffen von rechten Gesinnungsgenossen, während Johann sich auf eine Reise nach Brasilien aufmacht. Ursprünglich wollten beide dieses Tour gemeinsam unternehmen.
Eines Tages fällt Johann, der inzwischen eine Stelle als Journalist angenommen hat ein Artikel in die Hand, der ihn fassungslos macht: Finn hat einen Anschlag auf eine Moschee verübt und ist dabei selbst ums Leben gekommen.

Für das gesamte Stück wurde nur ein Requisit verwendet. Es war ein menschengroßes Wurstkostüm, das vielseitig eingesetzt wurde. Zeitweise war es ein Kanu, ein Werbeträger, einmal sogar stellte es Finns Mutter dar. Finn trug es auch, als er eine Rede vor seinen rechten Anhängern hielt.

Die Geschichte war spannend gestaltet. Dadurch, dass sie wie ein Zeitstrahl erzählt wurde, der die Zuschauer durch die Beziehung der beiden Freunde hindurch führte entstand eine Spannung und gleichzeitig das Gefühl, dass die Geschichte in Echt so passiert ist.

Von der Darstellung der beiden Schauspieler war ich sehr begeistert. Ich finde es außerdem wichtig, dass genau solche gesellschaftspolitischen Themen in der Schule behandelt und diskutiert werden.

Das Stück „Abgrenzung“ regt zum Nachdenken an und bietet die Chance, mit Freunden, Mitschülern, Familienmitgliedern und Lehrern über die aktuelle politische Lage zu reden.

Ich bedanke mich bei den beiden Schauspielern und bei der Theaterpädagogin des Schauspielhauses. Alle drei beantworteten im Anschluss an die Aufführung noch unsere Fragen und regten zu weiterem Gedankenaustausch an.

Ein Dankeschön auch an Frau Garweg, die das Ganze organisiert hat.
Ein Bericht von Klara, 10c

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Worum ging es?
Finn und Johann sind beste Freunde und kennen sich aus der Schule. Finn bekommt mehrere Probleme im Alltag, wodurch er langsam abdriftet und sich in die Nazi-Szene verirrt. Erst fällt es einem nicht gleich auf, dass er rechte Sprüche von sich gibt, doch dann wird es immer extremer. Die Freundschaft mit Johann steht auf dem Spiel.
Nach dem Tod von seinem Vater besucht Finn erste Nazi-Treffen. Ein schlechtes Umfeld, findet Johann, der über Finns fremdenfeindliche Sprüche und Aussagen erschrocken ist.
Mittlerweile zeigt Finn seine rechte Gesinnung ganz offen, z.B. als sie zusammen an einem Stand Wurst verkaufen.
Am Ende des Stückes gerät Finn vollkommen außer Kontrolle und plant einen Abschlag auf eine Moschee. Er führt ihn dann auch aus und nimmt sich dabei das Leben.

Besonderheiten:
Im Stück gab es viele Rollenwechsel. An ihren Caps konnte man immer erkennen, welche Rolle der Schauspieler gerade spielte. Finn trug seine Cap rechts, Johann trug sie links.
Im Theaterstück gab es ein besonderes Requisit, das uns aufgefallen ist.
Es war eine riesengroße Wurst, die man als Kostüm anziehen konnte und die als Symbol für Deutschland stand.
Sie wurde aber auch noch umfunktioniert und stellte einmal ein Boot und ein anderes Mal sogar eine Person dar.

Unsere Meinung:
Uns gefiel das Stück sehr gut. Die Schauspieler waren sehr sympathisch. Sie haben uns durch dieses Stück gezeigt, wie schnell es gehen kann, durch unterschiedliche politische Ansichten einen Freund zu verlieren.
Nach der Vorführung haben wir über das Thema Rassismus und die vor kurzem passierten Anschläge auf die Synagoge von Halle geredet. Wir finden das Thema des Stückes sehr gut gewählt und meinen, dass sich jeder Jugendliche darüber Gedanken machen sollte.
Insgesamt war das Theaterstück sehr fesselnd. Es gab auch viele lustige Situationen im Stück, die uns als Zuschauern besonderen Spaß bereitet haben.

Bericht von Nele (10a) und Sophie (10b)